Mein schönster Ferientag

Morgens um 6 Uhr heisst es aufstehen, Packtaschen richten und los gehts. Papi und ich fahren in den Stall zu unsern Mulis Fantasia und Katja.

Sie werden gefüttert, geputzt, gesattelt und gezäumt und dann kann es endlich losgehen. Wir reiten zuerst nach Dietfurt, Ganterschwil und Lütisburg um dort auf den "Windrädliweg" zu gelangen. Auf diesem Weg sind verschiedene Windrädchen aufgebaut, die eine Person in Bewegung setzen und bei der Ausübung der verschiedensten Berufe zeigen. Auf einer Texttafel sind die Berufe zusätzlich beschrieben. Der Weg führt uns in einem steilen Aufstieg über Tufertschwil auf den Winzenberg. Dort hat es eine "Windrädlifeuerstelle". Wir entschliessen uns dort unsere Mittagsrast abzuhalten und zu speisen. Wir gehen also zu dieser Feuerstelle hin, satteln und zäumen unsere Mulis ab, schlagen einen Pfahl in die Wiese und so können wir Katja und Fantasia gut gesichert grasen lassen. Weil mir schon der Magen knurrt, schaue ich in die Packtasche hinein und was sehe ich? Vier Würste, ein paar Brotscheiben und zwei Äpfel. Ich denke für mich, dass ich davon niemals satt werden würde. Papi entfacht in der Feuerstelle ein Feuer. Wir setzen uns an den Holztisch und packen unsere Sachen aus. Da kommt auf einmal eine Zeitung hervor die den Umriss einer Büchse hat! Ich zerre die Zeitung weg und sehe zwei Büchsen Linsen (Linsen ist mein Lieblingsgericht!). Wir öffnen die zwei Linsenbüchsen mit dem Sackmesser und wir kippen den Inhalt der Büchse in die Gamelle. Danach merken wir, dass wir gar keine Löffel eingepackt haben. Es hat genug Holz da und somit schnitzt mein Papi daraus zwei Löffel und unserem Schlemmermahl kann nichts mehr im Wege stehen. Zur Nachspeise gibt es noch eine Wurst und Brot. Danach reiten wir weiter durch schöne Wälder über den Schauenberg zum Restaurant Moosbad. Während wir unseren Z'vieri zu uns nehmen, werden unsere Mulis von den Gästen bewundert und gelobt. Nach einem kurzen Halt geht es über das hügelige Gebiet des Toggenburgs weiter zur Achsdge hinunter und gleich wieder bergauf zu uns nach Oberhelfenschwil. Die Strasse hinauf zu unserem Heim werden die Mulis immer schneller, denn sie wissen genau, dass sie dort mit Rüebli und Heu verwöhnt werden. Zuhause machen wir eine Pause. Nachher reiten wir ganz gemütlich in den Stall im Wigetshof. Dort ist der siebenstündige Ausritt zu Ende. Es war der längste Ausritt, den ich bis jetzt gemacht habe.

Heidi Züger