Rheinquellenritt mit einem Maulesel und drei Maultieren

Am 10. August 96 starteten wir unsere Reise am Rhein entlang in Bonaduz. Auf einem grossen Parkplatz konnten wir unsere Autos mit Pferdeanhänger abstellen. Hubert Frick kam mit seiner wunderschönen Mauleseldame "Bella" (Vater von Bella war ein Vollblut-Araber, die Mutter ein Esel) , Cordula Bdhler mit Maurus, Guido Züger mit Fränzi und Sonja Züger mit Katja.

Ein paar vereinzelte Regentropfen fielen vom Himmel, aber die beeindruckten uns überhaupt nicht. Der Ritt führte uns den Wanderwegen am Vorderrhein entlang. Die Natur war wunderbar. Zwischen hoch aufragenden weissen Felsen, in Wälder, dessen Boden mit Moos bewachsen war, bis zu schmalen Wegen, die für einen Muli geschaffen waren, wo es rauf und runter ging, führte unser Ritt. Jeder Schritt war von den Tieren überlegt. Kein Stolpern, kein Scheuen. Hindernisse wurden von den Tieren einige Sekunden "studiert" und problemlos überwunden. Wir staunten, wie trittsicher und unerschrocken unsere Tiere waren. 

Im "Grand Canyon" sahen wir Flossfahrer, die uns begeistert zuwinkten. Die Sonne kam zwischen den Wolken hervor und wir waren glücklich, so einen faszinierenden Ritt mitmachen zu können. Gegen Abend ritten wir in Ilanz ein. Die Tiere durften wir bei Simon Caduff einstellen. Wir selber übernachteten im Hotel. Nachts regnete es in Strömen. 

 Am Morgen war das Gewitter vorüber. Nach dem Pflegen und Bereitstellen der Tiere und einigen Gesprächen mit Einheimischen ritten wir wieder los. Jedoch oft wurden wir angehalten und die Leute bestaunten die Tiere. Die älteren Bündner erzählten uns von störrischen Mulis vom Militär. Sie staunten, wie die Tiere unsere Liebe zu ihnen erwidern.

Der zweite Tag brachte uns auf ca. 35 Kilometern viele neue Eindrücke. Das Wetter spielte prima mit. Es war nicht zu kalt oder zu heiss. Auch hatten wir es in unserer 4er-Gruppe sehr lustig. Sonja hatte das Liederbuch bei sich und so konnte man munter drauf los singen, ohne Angst zu haben, den Text zu vergessen. Abends in Disentis begann es zu regnen. Die letzten zehn Minuten wurden wir richtig übergossen. Bei der Familie Bundi konnten wir einstallen. Katja und Maurus waren hier bestens bekannt, den sie waren vor drei Wochen schon einmal die gleiche Strecke abgelaufen. Die Mauleselstute "Bella" war noch so frisch wie am Morgen. Ich glaube, sie hätte diese Strecke leicht nochmals gemacht. 

Wir Reiter waren doch etwas müde und froh, im Hotel Brunni verwöhnt zu werden. Früh am dritten Tag nahmen wir die Schlussstrecke unter die Hufe. Es regnete bis zum Mittag. Die Bergbäche sprudelten wild über die Felsen. Am Nachmittag schien jedoch die Sonne wieder. Die Erde roch wunderbar. Über die Alpweiden zu reiten war ein Genuss. Die Wälder und die Wiesen, die Bäche und die Felsen ........... man kann es nicht beschreiben. Um 16.00 Uhr kamen wir in Tschamutt um Rest. Rheinquelle an. Hier trafen wir Markus Frick, der uns die letzten 3 Tage mit Jeep und Anhänger begleitet hatte. Herzlichen Dank.

Die Tiere liessen wir grasen und wir fünf setzten und zu einem Fondue zusammen. Wir waren dankbar, dass alles so gut geklappt hatte, und wir mit Manschen reiten durften, die viel lustiges mit Witz und Humor zu erzählen wussten.