Maultiere sind wieder „in“

 

Auch dieses Jahr sind die Oberhelfenschwiler Mulis wieder in der Schweiz unterwegs. Nicht nur in den Sommermonaten ist bei Sonja und Guido Züger mit den zwei Maultieren Katja und Menta Saison, nein sie trainieren das ganze Jahr über grosse Distanzen. Manchmal werden  die Tiere verladen, fahren mit dem Transporter oder dem Zug in eine schöne Gegend und erkunden diese. Mulis fühlen sich im Flachland wie auch im Gebirge zuhause. Je steiler es jedoch wird, je mehr Aufmerksamkeit es braucht, umso konzentrierter sind die Tiere. Die Mutter ist eine Pferdestute, der Vater ein Eselhengst. Unsere beiden Maultiere haben in der Schweizer Armee Dienst absolviert und sind sich verschiedene Situationen gewohnt.

 

Unterwegs im Diemtigtal

Eine Fahrt führte uns diesen Sommer nach Oey. Oey ist das Tor ins Diemtigtal. An einem Samstagmorgen, angereist sind wir schon am Vortag, treffen wir Kollegen der IG-Maultier.

23 Mulis in allen Farben (braune, schwarze, weisse) und drei Pferde mit ihren Besitzern treffen sich auf dem grossen Viehplatz. Bald nach der Ankunft sattelte die gut gelaunte Schar die Tiere. Einige interessierte Leute aus dem Tal beobachteten interessiert das nicht alltägliche Spektakel. Bald ritten wir los Richtung Wiler. Der Weg führte uns bergan zum Aegelsee und anschliessend zur Alp Tschuggen. Nach der Rast und einem ausgiebigen Mittagessen zog die Gruppe weiter zur Rinderalp. Die Auf- wie die Abstiege waren so richtige  Mulistrecken. Aufmerksamkeit und Konzentration war gefragt. Trittsicher wurde diese Aufgabe von den Tieren gelöst. Da die Tiere beim Abstieg am Zügel geführt wurden, zitterten dem einen oder anderen Reiter unten die Knie. In Meniggrund angekommen, ging’s auf der anderen Talseite wieder bergauf.

 

Übernachtung im Tipi

Nach einigen Kilometern waren wir in unserem Tipilager. Sechs grosse Indianertipis waren für uns bereit. Die Tiere wurden abgesattelt, mit Kraftfutter versorgt und auf eine riesige Weide mit einem Wildbach entlassen. Die 25 Tiere genossen die Freiheit und für uns alle ist es jedes Jahre wieder ein fantastisches Bild, alle Tiere so friedlich beieinander zu sehen. Am nächsten Tag ging’s weiter nach Obergestelen. Der sonnige Morgen liess das Panorama rund um uns wie im Märchen erscheinen. Ueber „Puur“ führte der Weg hinunter zum Seebergsee. Nach einer Pause machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Oey. 

Dies ist nur ein Ausflug von vielen. Für unsere  Kinder, die jeweils teils mit dabei sind, oder mit Vater oder Mutter alleine einen Ausflug unternehmen, gehören die Mulis zur Familie.

 

Mulis in der Armee

Die letzten drei Jahre kaufte die Schweizerarmee keine Mulis mehr. Zwischen dem Umgang mit einem Maultier und einem Pferd besteht doch ein grosser Unterschied. Mit Zwang lässt sich bei diesen Tieren nichts erreichen. Im heutigen Zeitalter, wo man überall mit Computer  und Maschinen zu tun hat, ist es schwierig Menschen zu finden, die sich einer solchen Herausforderung stellen wollen. Zur Freude aller Mulifans kaufte dieses Jahr die Armee wieder vier Maultiere, die in der Train-Rekrutenschule eingesetzt werden. Diese Tiere kennen nur fressen oder arbeiten. Sind sie unterbeschäftigt, suchen sie sich selber „Arbeit“. Auch braucht es einen gewissen Humor, denn diese Tiere haben ihren eigenen Schalk. Konsequenz und viel Liebe  im Umgang mit ihnen werden reichlich belohnt.

 

Maultier- und Eseltage im Ballenberg

Am 24./25. September 2005 finden die Maultier- und Eseltagen im Freilichtmuseum Ballenberg statt. An diesem Anlass werden wir mit unseren Tieren ebenfalls teilnehmen. Wer einmal die wunderbaren alten Bauernhäuser vom Rücken eines Maultieres aus betrachten will, hat an diesen Tagen eine einmalige Gelegenheit. Nebst diversen Vorführungen im Ring wird auch ein Publikumsreiten für jedermann angeboten. Weitere Informationen über das Maultier findet man auch unter www.ig-maultier.ch

 

Sonja und Guido mit den Mulis im Diemtigtal

 

Blick auf den Seebergsee