Besuch beim Chapfe-Köbi

Am Freitag, 22. Mai 98 morgens um 5.30 Uhr ist bei uns Tagwache. Ueli und ich begeben uns in den Stall zu unseren Mulis Katja und Fantasia. Die schauen uns ganz verwundert an und scheinen uns zu fragen: "Was wollt ihr denn schon um diese Zeit?" Aber destotrotz verladen wir die Mulis und fahren zu Michel ins "Guggenloch" auf dem Bendel. Unterwegs decken wir uns beim Beck noch mit frischen Gipfeli ein. Michel erwartet uns bereits, seine Lotti (ein schwarzer Haflingermuli) hat er schon gestriegelt und geputzt.

Zuerst gibt es einen feinen Zmorgä. Nachher satteln wir unsere Mulis und ab geht die Post Richtung Neckertal. Der Himmel ist verhangen, doch wir haben Glück, es bleibt trocken. Unten beim Necker beginnt der Aufstieg zur Chapf. Teils auf schmalen, steil ansteigenden Pfaden reiten wir unserem Ziel entgegen. Auf dem Chapf kehren wir beim Chapfe-Köbi ein. Dieser ist ein richtiges Appenzeller-Original. Auf seiner Alpwirtschaft stellt er selber Appenzeller-Chäs und auch verschiedene Zigerarten her. Wenn man Glück hat, kann man ihm dabei zuschauen und die Entstehung des Käses hautnah miterleben. Hier verpflegen wir uns und sitzen zusammen. Der Chapf-Köbi weiss immer einen guten Witz und es gibt viel zu lachen. Die Zeit vergeht nur viel zu schnell. Zum Abschluss kaufe ich mir noch einen Appenzeller-Chäs Marke "Eigenfabrikation", den ich in der Satteltasche verstaue.

Es ist schon spät und den Heimweg nehmen die Mulis "zackig" unter die Hufe. Nach dem Abstieg zur Schwanzbrugg folgt der steile Aufstieg zum Dorf Hemberg, den unsere Mulis mit einigen "Schnaubern" bewältigen. Vom Hemberg gelangen wir auf schönen Galoppwegen wieder zu unserem Ausgangspunkt auf dem Bendel zurück. Gerne möchten wir diesen Ausflug noch einmal wiederholen.