Maultiere - etwas ganz Spezielles (Zeitungstext)

Aus einer Pferdestute und einem Eselhengst entsteht ein Maultier. Selbst später unfruchtbar ist jedes ein "Original". Da das Muli schon als Fohlen mitdenkt, lernt es die guten wie auch die weniger guten Eindrücken anzuwenden. Liebevolle Konsequenz und viel Arbeit können aus dem Muli einen tollen Kameraden formen. Die Maultiere von denen wir erzählen wollen, leisteten bis zum 14. Lebensjahr Militärdienst in der Schweizer Armee. Sie sind im Basten, Fahren und Reiten (englisch und western) ausgebildet.

Hier kurz erzählt von den letzten 3 Wochen. Mit den Muli-Stuten Katja (18 Jahre) und Fantasia (17 Jahre) ritten wir an einem verregneten Dienstagmorgen um 7.00 Uhr in Oberhelfenschwil ab. Unser Weg führte uns über Lichtensteig, Wattwil auf die Laad. Mit dem erreichen des höchsten Punktes unserer Reise, besserte sich auch das Wetter zusehends. Weiter ging es hinunter ins Cholloch und via Gebertingen, Ernetschwil erreichten wir Uznach. Dort fragte ein kleines Mädchen, ob es auch mal reiten dürfe. Diesem Wunsch kamen wir natürlich gerne nach, und so durfte das Mädchen ein Stück weit auf jedem Muli geführt mitreiten. Als Dankeschön schenkte uns die Mutter des Kindes einen Orangenjus und einen Pack Guetzli. Die Geschenke nahmen wir gerne an, denn der Proviant in der Packtasche war zu Ende. Der Ritt ging weiter zur Grynau und dann dem Linthkanal entlang nach Benken. Dort assen wir unsere Guetzli und tranken unseren Jus und unsere Mulis grasten an der Uferböschung. Frisch gestärkt nahmen wir den letzten Teil unter die Hufe und ritten nach Bilten, wo unsere Kollegin mit der Maultierdame Pia wohnt. Jetzt durften die Tiere auf die Weide. Am nächsten Tag ritten und marschierten wir den Weg Bilten - Oberhelfenschwil in Begleitung unserer Kollegin zurück. Während dieser zwei Tage legten wir rund 70 Kilometer zurück und haben dabei viele Eindrücke gesammelt.

Ein paar Tage später unternahmen wir drei einen grösseren Ausritt Richtung Mosnang. Auch da trafen wir interessierte Leute an, die uns ansprachen und etwas über die Tiere erfahren wollten.

Am letzen Wochenende durften Katja und Fantasia an der Springkonkurrenz in Aadorf das Schauprogramm mit zwei anderen Mulis bestreiten. Die Maultierzucht wurde vorgestellt und die Tiere in ihrer Vielseitigkeit gezeigt.

Es wäre schön, wenn es im Toggenburg viel mehr Maultiere geben würde. Es sind tolle Kameraden, aber es sind keine Esel und es sind keine Pferde. Sie sind ein Mix von beiden und teilweise sehr intelligent und sie haben sehr viel Humor. Unterordnen wird sich ein Maultier nie, aber wenn man konsequent ist und viel mit ihm unternimmt, ist es der beste Kamerad, den man sich wünschen kann. Sei es im Flachland oder im Gebirge, dem Maultier kann vertraut werden. Es ist nicht so schreckhaft wie ein Pferd aber so neugierig und denkend wie ein Esel.

Also vielleicht sehen wir Sie auch einmal auf unseren Ritten quer durchs Toggenburg und die ganze Schweiz.