Muliritt im Fürstentum Lichtenstein

Der 1. Mai 2001 ist bei den Mulifreunden Hubi Frick (Balzers), Michel Stadler (Ebnat-Kappel) und Guido Züger (Oberhelfenschwil) ganz gross im Kalender markiert. Es gehört schon fast zur Tradition, dass jeweils am 1. Mai ein grosser Ausritt bei unserem Freund Hubi Frick auf dem Programm steht. Das war natürlich auch dieses Jahr der Fall. Frühmorgens verlud ich meine Maultierstute Fantasia in den Anhänger und fuhr zum Michel. Seine Maultierstute Lotti war sich der Sache noch nicht ganz sicher und fand es nicht nötig in den Anhänger zu steigen. Doch mit Geduld, gutem Zureden und anderen Tricks war auch dies geschafft, und die Fahrt ins Fürstentum konnte weitergehen. In Balzers wurden wir von der Familie Frick schon erwartet. Nach einem Frühstück, das mit einem kräftigen Schluck Cognac abgeschlossen wurde, sattelten wir unsere Tiere. Heute begleitete uns nebst unseren Maultieren ein weiterer vierbeiniger Freund. Der wurde an die Führerleine genommen, uns somit konnte es losgehen. Unser Begleiter wusste nicht so recht, ob er jetzt rechts oder links oder doch lieber wieder rechts von Hubis Maulesel Bella springen oder laufen soll. Dies führte dazu, dass Hubi wahre Akrobatikstücke vollführen musste, um die Führerleine immer wieder auf die richtige Seite zu bringen. Doch bald hatten wir die Alpweiden erreicht, und der vierbeinige Begleiter konnte losgelassen werden und er konnte uns frei folgen. So ritten wir auf schmalen Pfaden durch Wälder zum Rhein hinunter. In dieser Ebene konnte es erst so richtig losgehen. Im wilden Galopp preschten wir dem Rheindamm entlang. Michel und ich genossen dies sehr, da wir bei uns im Toggenburg eher an ein ständiges Auf und Ab gewöhnt sind. Bei Richtungsänderungen oder wenn sich unser vierbeiniger Begleiter zu weit von uns entfernte, genügte ein Pfiff von Hubi und schon waren wieder alle beisammen. Nach dem wir den Rhein |berquert hatten, ging es durch die Rheinauen weiter in Richtung Bad Ragaz. Diese Rheinauen sind ein unberührtes Stück Natur mit dichten Baum- und Sträucherwuchs, durch die ein schmaler Waldpfad führt. In einer Lichtung machten wir Mittagsrast, wo Elsbeth Frick und Elke Stadler mit dem Picknickkorb zu uns stiessen. Bald war eine Feuer entfacht und wir konnten unser Mittagessen zubereiten. Nach dem wir uns gestärkt haben, durfte eine Siesta nach Cowboyart nicht fehlen. An dieser Stelle möchte ich noch etwas zu unserem vierbeinigen Begleiter erzählen. Es handelt sich hier um eine 4-jdhrigen Mulistute namens Cultera, die Hubi seit letztem Herbst in Obhut hat. Cultera begleitete uns, wie ein Hund, mal voraus springend, mal hinterher trottelnd, mal sich durch die Büsche schlagend, aber immer in unserer Nähe. Nur beim Ritt an einer Strasse wird Cultera als Handmuli am Strick geführt.

Nach der Mittagsrast gehts weiter dem Rheindamm entlang nach Fläsch. Hier ritten wir beim Heidibrunnen vorbei hoch zur St. Luzisteig. Unterwegs blieben die Leute stehen und bestaunten uns, vorallem die frei folgende Cultera. Wir wurden auch immer wieder darauf angesprochen, was für Tiere das denn seien mit diesen langen Ohren. Gerne beantworteten wir ihre Fragen und erklärten immer wieder: "Ja, ja der Vater ist .........". Von der St. Luzisteig ging es weiter Richtung Balzers.

Bei Hubi hatten sich unsere Maultiere den Weidegang wohlverdient. Auch f|r unser leibliches Wohl wurde bestens gesorgt. Besten Dank an Hubi und Elsbeth. Spätabends traten Michel und ich den Heimweg an, in Gewissheit wieder einmal einen wunderbaren Tag im Kreise unserer vier- und zweibeinigen Mulifreunden verbracht zu haben. Hubi wir kommen nächstes Jahr wieder !!!

Bilder zum Bericht gibts hier