Maultiere unterwegs

 

Mit unseren drei Maultieren Katja (29 Jahre), Menta (15 Jahre) und Cello (17 Jahre) sind wir viel unterwegs. Wir wohnen in Oberhelfenschwil, von wo aus wir viele schöne Touren unternehmen können. Zieht es uns in andere Regionen, können wir die Tiere problemlos im Anhänger mitnehmen. So ging es zum Beispiel kürzlich ins Bündnerland nach Bergün, wo wir eine Tour zur Keschhütte (2640 M.ü.M.) machten. Mit unseren drei Tieren sind wir schon in manche schöne Gegend in der Schweiz gekommen. So zum Beispiel auf den Chasseral, in den Jura, nach Buechiberg in Solothurn, ins Engadin, ins Wallis, in die Zentralschweiz ect. Wir können auf unseren Maultieren reiten, machen mit ihnen viel Bodenarbeit und nehmen sie auf Spaziergänge mit.

Vor zwei Wochen reiste Guido mit zwei Tieren für drei Tage ins Wallis. In Turtmann und Erschmatt fanden die Schweizerischen Maultiertage statt. Neben abenteuerlichen Trekkings weibelten die Maultierfreunde der Interessengemeinschaft für das Maultier (IGM) für die Lancierung eines schweizerischen Maultiermuseums zu Ehren ihres Lieblinges. Bei diesem Anlass wollten wir mit unseren Maultieren natürlich nicht fehlen.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte es in der Schweiz noch 3‘000 Maultiere – die meisten davon im Wallis. Heutzutage sind es schweizweit nur noch ca. 300 Mulis. Sie werden heute vor allem als zuverlässige Freizeitpartner zum Reiten und Fahren oder für Trekkings eingesetzt.

Leider ist noch immer ein weitverbreitetes Bild, dass Maultiere störrisch und eigenwillig seien. Das Maultier ist aber lediglich Neuem gegenüber skeptisch und vorsichtig. Intelligenterweise inspiziert es neue Situationen immer zuerst, um weder den Reiter noch sich in Gefahr zu bringen. Sein Mitdenken ist grossartig. Mit den Maultieren zu arbeiten und ihm alles zu zeigen, ist eine grosse Befriedigung. Dabei kann man mit Gewalt überhaupt nichts erreichen. Ein Maultier würde sich sofort verschliessen und man hätte keinen Zugang mehr zu ihm. Begegnet ihm der Meister aber mit Konsequenz, Achtung und Liebe, so kommt es ihm im vielfachen an Gefühlen, Respekt und Lernwilligkeit zurück. So wurde es auch in der Hauptausgabe der Tagesschau vom 06.08.11 auf SF1 beschrieben. Das Fernsehen brachte eine kurze Reportage über die Wanderung Turtmann-Erschmatt anlässlich der Maultiertage.

Vor einem Jahr wurde ein wunderschöner Film über Mulis in der Schweiz gedreht. Er beginnt beim Zusammentreffen der Pferdestute mit einem langohrigen Esel und der anschliessenden Geburt eines kleinen Mulis. Der Film „MULI“ ist wirklich sehenswert und kann über die Interessen-gemeinschaft Maultier auf www.ig-maultier.ch bestellt werden.

Wie jedes Jahr sind wir am 25./ 26. 09.2011 mit unseren Tieren an den Esel-/ und Maultiertagen im Ballenberg anzutreffen. Interessierte sind natürlich auch herzlich willkommen. Ebenso am 02.10.2011 in Schwarzenburg (BE), wenn wieder einige Maultiere an einem Flachrennen mitmachen.

Weitere Informationen über das Maultier und die diversen Anlässe findet man auf unserer Homepage www.muli-ranch.ch oder bei www.ig-maultier.ch

Sonja und Guido Züger, Oberhelfenschwil