Besuch bei Michel auf der Alp Gritsch

 

Samstagmorgen, 6.00 Uhr Tagwache. Mein Mann Guido und ich haben heute unseren kinderfreien Tag. Um 7.00 Uhr stehen wir im Stall und striegeln unsere zwei Mulis Katja und Fantasia. Heute wollen wir unseren Muli-Freund Michel und seine Frau Elke auf der Alp Gritsch im "Ländle" besuchen. Das Wetter ist prima, also kann es losgehen. Die Tiere sind verladen, alles ist eingepackt. Wir fahren über den Ricken und dem Walensee entlang nach Triesen. Von dort gehts die steile Rampe über den Triesenberg hinauf Richtung Malbun. In Steg haben wir mit Hubi und seiner Bella abgemacht. Er steht schon ungeduldig auf dem Parkplatz, als wir eintreffen. Bella ist schon gesattelt. Schnell wird ausgeladen und zu Dritt reiten wir durch eine wunderschöne Landschaft. Nach kurzem Ritt gibt es bei einer Alph|tte bereits den ersten Halt. Nach einer Stärkung gehts weiter Richtung Michels Alp. Ich habe noch nie so nah so viele Murmeltiere gesehen. Für uns "Touristen" ein herziger Anblick, aber für die Rinder auf der Alp können die vielen Löcher der Murmeltierbauten sehr gefährlich sein. Schon manches Rind hat sich so ein Bein gebrochen. Wir gewinnen schnell an Höhe, und der Blick schweift durchs Tal. Viele Bäume sind geknickt, eine Alphütte ist weggefegt, alles ein Werk des letzten Lawinenwinters. Nach steilem Aufstieg kommen wir auf der schönen Alp von Michel und Elke an. Michel ist noch mit einem verunfallten Rindli beschäftigt. Nachher ist er froh um ein wenig Ablenkung. So beschliessen wir, mit Michel zur Pfälzerhütte zu reiten. Elke kocht uns noch einen wunderbaren Zmittag. Dann holt Michel sein Muli Lotti von der Weide und zu viert reiten wir in die Höhe. Viele Wanderer sitzen um die Tische bei der Hütte und bestaunen unsere Mulis. Wir lassen die Tiere einfach weiden. Frei laufen sie herum. Die Wanderwege sind natürlich schon abgegrenzt, sonst hatten die Mulis sicher etwas angestellt. Ein Steinadler zieht über unsere Köpfe hinweg und lässt seinen Schrei ertönen. Ein Blick auf die andere Talseite zeigt uns den Nenzinger Himmel auf österreichischem Boden. Herrlich hier oben. Die Wanderer fragen uns über unsere Tiere aus. Gerne beantworten wir ihre Fragen. Nur zu schnell geht die Zeit vorbei und wir holen Bella, Lotti, Katja und Fantasia von der Weide und marschieren wieder Richtung Alp Gritsch. Von seiner Alp aus begleitet uns Michel noch ein Stück und zeigt uns einen Weg, der für Mulis wie geschaffen ist. So ziehen wir wieder Richtung Tal und wieder kehren wir bei den jungen Sennen ein. Dort gibt es einen Sennenkafi, den man ganz vorsichtig und langsam trinken sollte. Sonst gibt es einen ganz heissen Kopf!! So singe ich also auf dem letzten Stück des Weges und habe es sehr lustig mit Guido und Hubi. Wir reiten am Bach entlang durch eine herrliche Gegend nach Steg. Dort satteln wir unsere Tiere ab und machen uns für die Heimreise bereit. Wir verabschieden uns von Hubi und Bella. Ein aufregender Tag geht seinem Ende entgegen. Es war wunderschön.